Sonntag, 27. Juli 2014

SupperClubX - Die FoodPorn Retrospektive

Und da ist er schon vorbei, der versaute SupperClub. FoodPorn war das Motto und so konditioniert fiel die Kulinarik und die begleitende Getränkewelt auch adäquat kinky und obszön aus. Ziel war es, eine Orgie auf den Tellern zu feiern, das verruchte Spiel von Macht und Unterwerfung, ausladende Wollust und gleichzeitig hintersinnige Verspieltheit, organoleptische Höhepunkte in sich windenden multiplen Foodgasmen, papillare Extase ... ja ... oder so ähnlich zumindest. Ähm. Es geht schon wieder ...

Danke an die Runde der unerschrockenen Gäste, das war ein weiterer Stern am Himmel der SupperClubs.

Schaumermal ins Menü, oder?


Bei dem Motto gibt es ja nur einen logischen Aperitif: Einen Sex on the Beach. Für den SotB gibt es eine Million Rezepte und der Sinn der meisten ist es, Wodka so mit verschiedenen Fruchtsäften und süßem Schamass kaputt zu schütten, dass man auch ja keinen Alk mehr schmeckt. Deshalb habe in kurzerhand den Wodkaanteil verdoppelt und mich beim Saft auf Ananas und Orange beschränkt. Statt dem beknackt süßen Pfirsichlikör, der ein klassischer Bestandteil des Drinks ist, nahm ich Pfirsichsaft und dazu einen selbst angesetzten Zuckerlikör mit einem Hauch von Ingwer und Zitronengras. Der war dann so schnell gesüffelt, dass es kein Foto davon gibt.

Der erste Gang: ASPARAGASMUS

Veronika, der Spargel wächst. Lass uns durch die Wälder ziehen. Auf dem Teller tobt ein hitziger Spargelringelpietz. Da bandelt eine cremigkräftige Suppe (kein Süppchen) mit einem SteinpilzSchaum, ein ThaiSpargelSalat pettingt ungehemmt mit einem glänzenden Dotter und in der Mitte tront selbstbewusst, gleichsam clintonesk eine Zigarre aus Spargel, Trüffel und natürlich Filou...teig.

Asparagastische Zigarre, prall in ihrem Rund und gereckt in ihrem Lang
SpargelRingelpietz 
So ein munteres Treiben muss zwangsläufig in GV enden, in Grünem Veltliner nämlich. Die frische Pfeffrigkeit des Weins heizt die Ausgelassenheit des Spargels noch weiter an. 

Zweiter Gang: BLACKS ON BLONDES

Blacks on Blondes ist eine ... ja ... Strömung? Spielart? ... der Erwachsenenunterhaltung. Es geht da im weitesten Sinne um interkulturellen Austausch und somit um Völkerverständigung ... soweit ich das verstanden habe. Und das ist ja gut, oder?

Mit diesem Ansatz ging es auch an diesen Gang. Aromen, Texturen und Zutaten zusammenbringen, die sich bisher nicht gut kennen. Für den Frieden!! Peace, Freunde!

In Whiskey flambierte Jakobsmuschel, krosse Blutwurst, BlumenkohlMarzipanPü und scharfe rote Linsen.

Interkultureller Austausch und Völkerverständigung dank der Überwindung von Rassedünkel
Vorne ist die Blonde vollends entbrannt. Hinten knuspert es in edler Schwärze.
Dazu gibt es einen Rotwein. Aus der Pfalz. Den PORNFELDER, selbstverständlich eine Cuvée aus PORtugieser und dORNfelder. Dieser spritzige Tropfen kommt von Lukas Krauß, aka Mann mit Hut, und ist sehr fruchtig dafür gemacht in wilden großen Schlucken getrunken zu werden. Geht im Sommer auch leicht gekühlt. Geiler Wein.

Dritter Gang: GEILE SAU

Schweinisch geht es weiter. IbericoBacke, in SakeSud dampfdruckgekocht, mit einem ZucchiniBand eingefasst. Bauch, vom DurocSchwein, 48 Stunden bei 64° zart gegart, dann kross gebraten. SakeReduktion mit SternAnis. SellerieIngwerPü. Zuckererbsen und blauer Blumenkohl. Und knuspriges SpeckPulver. Und alle vertragen sich.

Die geile Sau flirtet mit dem Crossover der Beilagen.

Zur geilen Sau hüpft die LOLITA aus der Flasche. Diese Lolita ... Nabokov würde weinen. Eine eigenwillige Cuvée aus den portugisischen Sorten Touriga Nacional, Tinta Roriz und Vinhas Velhas, die komplex und in atemberaubendem Körper berechnend, aber sehr sympathisch, ihr Jugend ausspielt.

Vierter Gang: CURRYLINGUS & FENNELATIO

Das leckerleckige RindfleischCurry orientiert sich grob am indonesischen Rendang. Dazu gibts einen fencheligen Fried Rice und ein CurryFenchelGemüse. Beides zusammen: Spirit of 69.

... Massage mit Happy End. Mahlzeit.
Sellerie, der weiteren Zubereitung harrend.
Nach der Lolita kommt die MILF. Gleiche Reben, gleiche Region - aber mehr Reife. Hauptsächlich durch eine doppelt so lange Zeit im Fass. Die frische Jugend ist noch im Hauch zu erahnen, aber übernommen hat eine würdevolle und erotisierende Alterserfahrung, die sich abgeklärt nimmt, was sie will. Dabei kann man mit etwas anstrengendem aber reichlich vorhandenem Spaß noch ordentlich was lernen.

Fünfter Gang: FRUITY THREESOME

Spontane Änderungen sind sinnvoll, wenn sie sinnvoll sind. Und sinnvoll war hier eine Schokoladisierung. Doch. Das eigentlich für diesen Gang geplante MangoEis wurde kurzerhand in den letzten Gang verfrachtet und das Mousse au Chocolat wurde im Gegenzug in diesen Dreier reingetauscht. Und das war gut so. Auf dem Teller tingeln: Ein NewYorkCheesecake mit LemonCurdTopping, dazu ein Salat aus Erdbeeren und RhababerPfefferGelee ... und dann eben die besagte TauschMousse. Dazu ein paar Tröpkens Kürbiskernöl.

ein Dreier in Ehren ... is nüscht jegen einzuwenden ... 
Als Getränk zu dem Dreier kommt ein Cocktail - und logischerweise ist es ein Between the Sheets. In einer spicy Variante mit einem Hauch HabaneroPulver. Ansonsten besteht er aus gleichen Teilen Cognac und Rum - dazu Zitronensaft, der schon beim Sex on the Beach erwähnte Zuckersirup und MaracujaSaft. 

Sechster Gang: LE PETITE MORT

Der kleine Tod. Poetisch französische für den erfolgreich erklommenen Gipfel des aktiv praktizierten PaarSports - und hier gleichzeitig eine Hommage an Death by Chocolate, das legendär komplett obszön uberschokoladisierte AmiDessert. Aufgetellert ist ein saftiger SchokoNussBrownie mit einer weißen SchokoGanache. Dazu SchokoCrumble, SchokoSoße und eine weiter BlackOnBlonde-Geschichte: Weiße SchokoPannaCotta mit SchokoEspressoGelée. Dann das getauschte MangoEis. Zum Schluß bestreut mit etwas MadagaskarVanilleSalz. Bang!

Tod und Tödchen
Und beim Finale muss es prickeln, muss es da. Und es prickelt mit einem MOXIE. "To have the moxie" heißt in etwa so etwas wie "to have balls". Und die hat er, der Moxie. Der vom australischen Weingut Dowie Doole kommende Mix aus Malbec und Shiraz ballert hier gepflegt einen vor den kulinarischen Latz. Der rote Sekt schmeckt wie eine flüssige SchwarzwälderKirschTorte und fängt sofort das Fummeln mit der ganzen Schokolade an.

Gruppenbild mit Damen
Auf die Ohren gab es entsprechend anregendes Klangmaterial.


Am 10. August steht die nächste Runde ins Haus - SupperClub11 - Smoke&Bones. Da wird gegrillt bis der Garten brennt (leider schon komplett ausgebucht.

Aber es gibt Hoffnung: Am Samstag, den 06.09., 19:30 s.t., geht es weiter mit:


Mit besonderem Augenmerk auf VÖLLEREI und WOLLUST bekommt hier jede der sieben hübschen katholischen Todsünden einen eigenen Gang gewidmet. Da sind noch Plätze frei. Da kannst du dabei sein. Melde dich besser jetzt als gleich und sei dabei. 

Mahlzeit!
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